das schulfach informatik

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Das Fach Informatik hat eine interessante Geschichte: Zum einen ging die Wissenschaft Informatik Ende der 60iger Jahre durch die Einrichtung eigenständiger Studiengänge unter anderem aus der Mathematik hervor. Nahezu zeitgleich wurden auch Ideen und Konzeptionen für die Einrichtung eines Schulfaches Informatik hervor gebracht, welches sich der Wissenschaften "Informatik" verbunden sieht. Das Fach Informatik in der Schule ist aber keine reiner Programmierkurs, sondern behandelt viele Bereiche des Computers und seine Einsatzmöglichkeiten: so gehören zum Beispiel auch sozialwissenschaftliche Aspekte wie die Bedeutung und die Auswirkungen des Computers in der Gesellschaft zum Schulunterricht.
Warum Informatik als Schulfach:
- Informatik und ihre Anwendungen bestimmen und durchdringen immer mehr unser Leben. Allein deswegen sollte man die zugrunde liegenden Konzepte verstehen, anwenden und kritisch bewerten zu können.
- Kenntnisse in Informatik über die bloße Anwendung von Programmen hinaus werden in vielen Berufsfeldern gefordert. SchülerInnen, die ein technisch, naturwissenschaftlich oder mathematisch ausgerichtetes Studium anstreben, sollten unbedingt Informatik wählen, denn die vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten sind oft unverzichtbar. Aber auch in vielen anderen Bereichen wie Mediengestaltung, Grafik und Design, Wirtschaftswissenschaften, Medizin, usw. sind Informatikkenntnisse erforderlich.
- Die erlernten Lösungs- und Arbeitsmethoden sind vielfach auf andere Arbeitsgebiete übertragbar. (z.B. Teamfähigkeit, die Fähigkeit Probleme zu strukturieren und ihre Lösungen zu formalisieren, Fähigkeit Problemlösungen systematisch anzugehen, usw.)
Das ist Informatikunterricht nicht:
- ein Word-Excel-Internet-Kurs
- ein Computer-Schrauberkurs
- ein Kurs mit viel "Möchtegern-Hacker-Gerede"
Was passiert im Informatikunterricht der Oberstufe:
- Ein "informatisches" Modell gewinnen und beschreiben, Probleme strukturieren, Lösungsstrategien entwickeln und unter Berücksichtigung wichtiger Prinzipien ein lauffähiges Programm schreiben, das das Problem löst. (Bsp.: Zeichenprogramme, Animationen, Spiele, Programme, die auf Ereignisse wie Mausdruck etc. reagieren, Sortieren von Daten, Verschlüsselung,...)
- Zentral ist dabei die systematische Problembeschreibung und -lösung und nicht die Arbeit am Rechner. Diese ist allerdings immer notwendig, um Lösungsideen zu kontrollieren und ggfs. zu korrigieren; außerdem macht Informatik ohne Rechnerarbeit und ohne den Erfolg einer lauffähigen Lösung längst nicht soviel Spaß.
- Grundprinzipien von Hardware kennen lernen: Wie funktioniert eigentlich ein Computer? (Ganz ohne Schraubendreher und Lötkolben!)
- Chancen, Risiken und Grenzen von Informatiksystemen abschätzen. Das kann:
- die Auseinandersetzung mit der Künstlichen Intelligenz im Vergleich zur menschlichen Intelligenz sein,
- die Untersuchung von Problemen, die ganz einfach zu beschreiben aber von keinem Rechner der Welt in vertretbarer Zeit zu lösen sind, sein,
- die Untersuchung der Sicherheit von Verschlüsselungssystemen sein,
- auch etwas theoretische Informatik wie z.B. Automatentheorie sein, in der Automaten sehr formal beschrieben und auf ihre Fähigkeiten hin untersucht werden.
Voraussetzungen für den Informatikunterricht:
- Keine fachlichen Voraussetzungen!
- Bereitschaft, sich mit obigen Bereichen theoretisch und mit praktischer Arbeit am Rechner auseinander zu setzen und Beharrlichkeit, wenn es darum geht, Problemlösungen oder Programmierfehler zu finden.
- Eine gewisse Affinität zu logischem Denken und formalen Darstellungen.
- Auch Anfängerinnen und Anfänger sind eingeladen, Informatik zu wählen. Anforderungen und Inhalte orientieren sich an den Teilnehmern ohne Vorkenntnisse. Niemand sollte sich von eventuellen Pseudo-Experten-Gerede abhalten lassen.
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url: http://kant-gymnasium-berlin.de | Letzte Änderung: 31.01.2009
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